Digitale Aufholjagd in der Apotheke

Pressemitteilung zur neuen Studie „Bonsai Apotheken Digital Check 2026“ 

Digitale Aufholjagd in der Apotheke

·       Der Anteil der Apotheken, die sich – jenseits des E-Rezepts – als digital betrachten, steigt deutlich.
·       Kunden-Apps bringen den Apotheken spürbares Zusatzgeschäft.
·       OTC- und Freiwahl-Werbung[BM1]  hat ein Sichtbarkeitsproblem: Der Hälfte der ApothekerInnen fällt spontan keine gelungene Kampagne ein.
·       Besonders gelungene Kampagnen aus Sicht der ApothekerInnen kommen von L' Oréal, Beiersdorf und Haleon

Hamburg / Bremen, 16.06.2026. Bonsai Health veröffentlicht heute die neuen Ergebnisse des „Bonsai Apotheken Digital Check 2026“. Die Fortsetzung der jährlichen Studie gibt detailliert Auskunft über den realen Digitalisierungsgrad und die Einstellungen der Apothekerinnen und Apotheker in Deutschland. Außerdem bietet sie für die 20 führenden Unternehmen der Branche detaillierte Benchmark-Checks.

Ein zentrales Fazit: „Die Apotheken holen digital auf. Der Anteil derer, die sich als digital gut aufgestellt betrachten, ist deutlich gewachsen – auch jenseits der Pflichtaufgabe E-Rezept“, sagt Bettina Mertens-Danowski, Head of Bonsai Health.  Ein spannendes Paradoxon: Während sich 76 Prozent digital einschätzen, läuft die Kommunikation mit dem Außendienst bei 80 Prozent immer noch (auch) über das Faxgerät. Und: Fast ein Viertel der Apotheken stellt sich in Sachen Digitalisierung immer noch selbst ein schlechtes Zeugnis aus: 24 Prozent geben an, dass in ihrer Apotheke die meisten Prozesse, die digitalisiert werden könnten, noch analog erledigt werden.

Digitalisierungsgrad steigt – B2C-Apps bringen echtes Zusatzgeschäft

Ein digitaler Reifeprozess zeigt sich dagegen bei den B2C-Kunden-Apps, bei denen die Apotheken Partner sind, wie zum Beispiel gesund.de, IhreApotheken.de oder meineapotheke.de. Vor allem zwei Ergebnisse sind hier symptomatisch:

  • Wirtschaftlicher Erfolg: Die Einschätzung, dass diese Apps den Apotheken ein echtes Zusatzgeschäft einbringen, ist signifikant um 14 Prozentpunkte auf nun 36 Prozent gestiegen.

  • Effizienz: Das Verhältnis zwischen dem betrieblichen Aufwand für die operativen Prozesse und dem tatsächlichen Ertrag aus dem App-Geschäft wird von den ApothekerInnen spürbar gesünder eingeschätzt.

Auch die Online-Portale der Pharmahersteller werden intensiver genutzt als im Vorjahr: 26 Prozent der Apotheken greifen inzwischen täglich bis wöchentlich auf diese Angebote zu (ein Plus von vier Prozentpunkten gegenüber 2025). Hauptsächlich genutzt werden die Portale dabei für die Erledigung organisatorischer Aufgaben sowie für digitale Schulungen. Allerdings ist auch die Gruppe derer, die die Portale seltener oder gar nicht nutzen, wieder leicht (auf 39 Prozent) angewachsen.

Virtueller Außendienst: Wer ihn kennt, will mehr

Der digitale Wandel zeigt auch in der Kommunikation mit dem Außendienst Wirkung, stößt dort aber an emotionale Grenzen:

  • Wunsch nach Ausbau: Unter den Apotheken, die bereits virtuelle Kontakte (wie Video-Calls) mit den Herstellern nutzen, hat sich der Wunsch nach einem Ausbau dieser Formate verdoppelt – von 9 auf 18 Prozent.

  • Grenzen des Digitalen: Gefragt nach den handfesten Vorteilen des virtuellen Außendienstes gegenüber dem persönlichen Besuch lautet das ernüchternde Urteil der Apotheken jedoch weiterhin: „Nichts Nennenswertes“.

  • Klare Präferenz für das persönliche Gespräch: „Der Mensch – in diesem Fall der Außendienst – hat für die Apothekerinnen und Apotheker nach wie vor einen Wert an sich“, betont Bettina Mertens-Danowski.

Marketing-Kampagnen: Sichtbarkeit ist die halbe Miete

Ein begleitendes Kernthema des Bonsai Apotheken Digital Checks ist die Wahrnehmung von OTC- und Freiwahl-Kampagnen. Die schlechte Nachricht, so Bettina Mertens-Danowski: „Der Hälfte der Befragten fällt spontan keine einzige Kampagne ein, die ihnen im letzten Jahr besonders positiv aufgefallen wäre”. Fast ein Fünftel der befragten Apothekerinnen und Apotheker (19 Prozent) gibt an, sich an keine einzige OTC-/Freiwahl-Publikumskampagne des vergangenen Jahres erinnern zu können.

Sich hier zu verbessern, würde sich für die Hersteller am PoS direkt lohnen, wenn sie das entsprechende Material zur Verfügung stellen: Zwei Drittel der ApothekerInnen, denen eine Marketing-Kampagne besonders gut gefiel, haben diese auch aktiv in ihrer Apotheke platziert. Im Rahmen der Studie wurden insbesondere die Kampagnen von L’Oréal, Beiersdorf, Haleon, Bionorica und Klosterfrau von den ApothekerInnen als gut gelungen bewertet.

Über die Studie: Für den „Bonsai Apotheken Digital Check 2026“ wurden 270 ApothekerInnen in Inhaber- oder Leitungsposition repräsentativ für die Offizin-Apotheken in Deutschland hinsichtlich Lage und Größe befragt. Die Studie untersucht das digitale Involvement der Apotheken am PoS, die Zusammenarbeit mit dem Außendienst, digitale Schulungsformate, Online-Portale sowie den Nutzwert von Kunden-Apps und bietet detaillierte Benchmark-Checks für 20 führende Unternehmen.

Der komplette Bericht zur Studie kann zum Preis von 690 € bei Bonsai Health bestellt werden. Bezieher der Bonsai OTC-Vertriebsstudie erhalten den Report zum reduzierten Preis von 490 €.

Kontakt: 
Bettina Mertens-Danowski, Head of Bonsai Health 
bettina.mertens-danowski@bonsai-research.com 
+49 40 6077 681 26