Nestlé-Zukunftsstudie by Bonsai
Nestlé hat die große Zukunftsstudie „Wie is(s)t Deutschland 2040?” ist veröffentlicht. Das „Herzensprojekt” von Bonsai-CEO Jens Krüger zeigt: Klimawandel, Gesundheitsvorsorge und Künstliche Intelligenz werden grundlegend verändern, was und wie die Menschen in Deutschland im Jahr 2040 essen.
Unter den Zukunftsstudien von Bonsai ist die Nestlé-Studie schon deshalb etwas Besonderes, weil sie zeigt, wie gut unsere Szenario-Forschung funktioniert. Denn Jens Krüger hat schon vor mehr als einem Jahrzehnt die Vorläuferstudie „Wie is(s)t Deutschland 2030” verantwortet, deren Prognosen in vielen Bereichen in den letzten bereits Realität geworden sind (s.u.). Aber dies nur als kleiner Ausflug in die Vergangenheit und die Gegenwart, und jetzt rein in die Zukunft der Ernährung: Hier Ergebnisse der aktuellen Studie „Wie is(s)t Deutschland 2040?”, die Bonsai für Nestlé durchgeführt hat.
Die aktuelle Studie zeigt drei grundlegende Entwicklungen: Der Klimawandel beeinflusst Verfügbarkeit, Preise und Produktion von Lebensmitteln. Künstliche Intelligenz entwickelt sich vom einzelnen Werkzeug zu einem steten Begleiter, der Ernährung, Gesundheitsdaten, Einkauf und Alltagsplanung miteinander verbinden kann. Zugleich bekommt Prävention eine neue Bedeutung: Die Menschen möchten vorsorgen und ihre tägliche Ernährung bewusst nutzen, um möglichst lange gesund und leistungsfähig zu bleiben.
Bei aller Offenheit für Veränderung gibt es eine klare Konstante: Genuss ist nicht verhandelbar. 92 Prozent der Befragten bezeichnen Essen als wichtige Quelle von Genuss. 81 Prozent sagen, Essen sei am schönsten mit anderen. Und 78 Prozent sind überzeugt, dass Essen auch in Zukunft gut schmecken muss. In diesem Umfeld entsteht die Zukunft der Ernährung.
In seiner aktuellen Pressemitteilung hat Nestlé die folgenden Szenarien veröffentlicht, die wir in der Studie herausarbeiten konnten:
Die fünf Zukunftsbilder der Zukunftsstudie „Wie is(s)t Deutschland 2040?
Genuss & Gemeinschaft -„Essen ist Lebensqualität und Erlebnis“
In diesem Szenario pflegen die Menschen eine genussvolle, gemeinschaftliche Esskultur, bevorzugen hochwertige Lebensmittel und frisch zubereitete Mahlzeiten. Ihnen sind ein bewusstes Einkaufserlebnis und guter Geschmack besonders wichtig. Technologie (insbesondere KI) ist Inspiration und Unterstützung.Preventive Health - „Gesundheit als Kompass“
Die Menschen passen ihre Ernährung gezielt physiologischen Bedürfnissen an und nutzen digitale Gesundheitsdaten sowie Vorsorge-Untersuchungen, um lange gesund zu sein und Krankheiten zu vermeiden. Technologie bietet personalisierte Beratung und Menschen übernehmen selbst Verantwortung für ihre individuelle Vorsorge.Klimarealismus - „Pragmatische Ernährung unter Klimadruck“
Extreme Wetter und knapper werdende Ressourcen prägen den Alltag: Die Menschen passen ihre Ernährung pragmatisch an Knappheit und Preissteigerungen an und greifen verstärkt zu verfügbaren pflanzlichen und alternativen Produkten. KI hilft bei Ressourcenmanagement und dabei, Verschwendung von knappen Lebensmitteln zu vermeiden.Seamless Convenience - „Ernährung im Autopilot“
Essen soll schmecken, gleichzeitig auch schnell, bequem und funktional sein – verlässlich, aber ohne Aufwand. KI-gesteuerte Automatisierung übernimmt das Einkaufen. Gesundheitsthemen werden im Alltag verdrängt, bei Bedarf greifen Menschen zu medizinischen Lösungen.Bio-Hacking - „Ernährung als High-Tech-Performance“
Für maximale Leistungsfähigkeit und Gesundheit setzen die Menschen auf hyperpersonalisierte, funktionale Ernährung und ständige Körperdatenüberwachung. KI steuert die Ernährung fast vollständig.
Was bedeutet die Studie für die Lebensmittelbranche?
„Wenn die Menschen immer mehr Verantwortung für die eigene Ernährung an KI-Systeme delegieren, wird Vertrauen für die Lebensmittelbranche zur wichtigsten Währung,” sagt Bonsai-CEO Jens Krüger. Dies gelte vor allem, „wenn Menschen Ernährung verstärkt als Teil ihrer individuellen Gesundheitsvorsorge oder als High-Tech-Tool für Leistungsfähigkeit begreifen.” Eine weitere große Herausforderung: „Die Lebensmittelbranche muss angesichts von Klimakrisen und Engpässen bei Rohstoffe Innovationen vorantreiben, die resilienter gegenüber Klimaveränderungen sind. „Diese Innovationen sind nicht nur Teil einer nachhaltigen, gesellschaftlichen Verantwortung der Unternehmen, sondern auch der Tatsache geschuldet, dass Konsumentengruppen ihre Ernährung pragmatisch an Knappheit und Preissteigerungen anpassen und verstärkt zu verfügbaren pflanzlichen und alternativen Produkten greifen werden”.
Wie (gut) die Bonsai-Zukunftsstudien funktionieren
Gemeinsam mit unterschiedlichen Expert:innen sowie realen Konsument:innen – und im Zusammenspiel von qualitativen und quantitativen Methoden – entwickeln wir Szenarien, die Unternehmen heute helfen, sich zukunftssicher aufzustellen. Beispiel Nestlé: Die wichtigsten Szenarien, die vor 14 Jahren in der Vorgängerstudie „Wie is(s)t Deutschland 2030” herausgearbeitet wurden, haben sich nicht erst 2030, sondern bereits heute bewahrheitet. Die Szenarien hießen damals: „Ressourcenschonende Ernährung in einer werteorientierten Gesellschaft”, „Ernährung zur Selbstoptimierung in einer leistungsorientierten Gesellschaft” und „Gemeinschaftliches Essen als Erlebnis in einer entstrukturierten Gesellschaft” – um nur drei Beispiele zu nennen.Über die Nestlé-Zukunftsstudie
Für die Studie „Wie is(s)t Deutschland 2040?“ hat Nestlé gemeinsam mit Bonsai Research und Zukunftsforscher Prof. Peter Wippermann unter Einbezug der Expertise von 14 Fachleuten aus Trendforschung, Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft, Handel und Gesellschaft sowie kreativen Verbraucher:innen fünf gleichwertige und plausible Zukunftsbilder entwickelt. Anschließend wurden diese im Rahmen einer repräsentativen Online-Befragung im April 2026 von 1.581 Menschen in Deutschland bewertet. In den gezeichneten Zukunftsbildern sind die drei Megakräfte unterschiedlich stark ausgeprägt. Dazu gehören genussvolle und gemeinschaftliche Esskultur (Genuss und Gemeinschaft), individuelle Gesundheitsvorsorge (Preventive Health), pragmatische Ernährung unter Klimadruck (Klimarealismus), weitgehend automatisierte Convenience (Seamless Convenience) sowie technologiegestützte Leistungsoptimierung (Bio-Hacking). Die Zukunftsentwürfe können sich überschneiden und je nach Lebenssituation und Bedürfnissen unterschiedlich relevant werden. Die aktuelle Untersuchung knüpft an die Nestlé Zukunftsstudie aus dem Jahr 2015 an, die auf die Ernährung im Jahr 2030 blickte.